Auf 704 m Höhe, zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb, treffen in Villingen-Schwenningen verwitterte Gneise auf eiszeitliche Decklehme – zwei Materialien, deren Tragfähigkeit man erst nach einer exakten Korngrößenanalyse beurteilen kann. Die Doppelstadt zählt rund 86.000 Einwohner und wächst entlang der Brigach-Aue, wo Auenlehme und sandige Kiese in wenigen Metern Tiefe wechseln. Vom Hochrheingebiet bis zur Baar mulden wir täglich Proben, die im Sieb- und Sedimentationsversuch klassiert werden. Ohne diese Kennwerte bleibt jeder Rechenansatz für Frostempfindlichkeit, Filterstabilität oder Verdichtbarkeit lückenhaft. Deshalb kombinieren wir die Sieblinie bei bindigen Schichten oft mit der Atterberg-Grenzen Bestimmung, um Plastizität und Konsistenz direkt mit dem Kornaufbau zu korrelieren.
Eine belastbare Sieblinie ersetzt keine Annahme – sie liefert die Cu- und Cc-Werte, mit denen Frostkriterium und Filterregel berechenbar werden.
Arbeitsumfang in Villingen-Schwenningen

Lokale geotechnische Bedingungen in Villingen-Schwenningen
Die DIN 4020 verlangt für jede Baugrunderkundung in Villingen-Schwenningen eine Klassifikation des Untergrunds – und die DIN EN ISO 17892-4 ist das dafür genormte Laborverfahren. Gerade die quartären Beckensedimente der Baar reagieren empfindlich auf Fehleinschätzung: Ein als „sandig“ eingestufter Auelehm, der tatsächlich 22 % Ton führt, ist frostgefährdet (Klasse F3) und als Filter unterhalb eines Rigol-Elements ungeeignet. Das Tausalz auf der B 33 und die Staunässe nach der Schneeschmelze am Ostrand des Schwarzwalds beschleunigen Suffosion und Sackung, sobald die Kornverteilung nicht zur Filterregel nach Terzaghi passt. Unser Team dokumentiert deshalb den gesamten Sieb- und Schlämmanalysen-Verlauf lückenlos, inklusive Probenvorbereitung und Dispergierung mit Natriumpyrophosphat, sodass jede Sieblinie vor Ort reproduzierbar und vor der Bauaufsicht belastbar bleibt.
Unsere Leistungen
Unser akkreditiertes Labor in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg führt die Korngrößenanalyse für alle Bodenarten durch – vom Grobkies bis zum Ton. Drei Leistungspakete decken die typischen Anforderungen im Hoch-, Tief- und Wasserbau ab:
Klassische Sieblinie (Siebung + Hydrometer)
Vollständige Kornverteilungskurve nach DIN EN ISO 17892-4 inkl. Cu-/Cc-Berechnung. Für Gründungsgutachten, Versickerungsnachweise und Baugrubenplanung in Villingen-Schwenningen.
Sieblinie mit Frostempfindlichkeitsklasse
Zusätzlich zur Kornverteilung ermitteln wir die Frostklasse (F1–F3) nach ZTV E-StB. Relevant für Straßenoberbau, frostsichere Gründung und Pflasterflächen im Außenbereich.
Filter- und Erosionsstabilität nach BAW
Wir bewerten die Kornabstufung nach Terzaghi und den BAW-Merkblättern für Filter und Dränagen. Entscheidend bei Rigolen, Stützwänden und Hochwasserschutz entlang der Brigach.
Fragen und Antworten
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Villingen-Schwenningen?
Für eine kombinierte Sieb- und Sedimentationsanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 rechnen Sie mit 90 € bis 190 €, abhängig von Probenanzahl und ob zusätzlich Atterberg-Grenzen oder der Glühverlust bestimmt werden sollen. Bei Serienaufträgen bieten wir gestaffelte Konditionen.
Wie lange dauert eine vollständige Sieblinie mit Aräometerversuch?
Die reine Laborzeit beträgt 2 bis 3 Arbeitstage. Die Nasssiebung ist nach einem Tag abgeschlossen, das Hydrometer benötigt 24 Stunden Sedimentationszeit plus Auswertung. Mit Bericht und Siebliniendiagramm rechnen wir insgesamt mit 4 bis 5 Werktagen.
Welche Bodenarten können Sie in Villingen-Schwenningen analysieren?
Wir decken das gesamte Spektrum ab – von Grobkies und Sand aus der Brigach-Aue über Geschiebemergel der Riß-Eiszeit bis zu den tonreichen Verwitterungslehmen des Muschelkalks. Proben mit Größtkorn bis 63 mm werden konventionell gesiebt, der Feinkornanteil unter 0,063 mm wird mit dem Aräometer nach Casagrande sedimentiert.
Reicht die Sieblinie für einen Versickerungsnachweis in der Baar?
Die Sieblinie liefert die kf-Abschätzung nach Hazen oder Beyer und ist die Basis jedes Versickerungsgutachtens nach DWA-A 138. In Villingen-Schwenningen ergänzen wir sie bei bindigen Schichten durch einen in-situ Durchlässigkeitsversuch, weil die Hazen-Formel bei Tonanteilen über 10 % ihre Gültigkeit verliert und das Arbeitsblatt dann Feldversuche fordert.