Die Normenreihe DIN 50905 zur Korrosionsuntersuchung und die geophysikalischen Empfehlungen des DGGT-Arbeitskreises bilden den Rahmen, aber in Villingen-Schwenningen zwingt einen die Geologie zum Umdenken. Zwischen dem Muschelkalk der Baar und den quartären Talfüllungen der Brigach wechselt der spezifische Widerstand auf kürzester Distanz um Größenordnungen. Wer hier mit einer pauschalen Wenner-Anordnung hineingeht und nicht vorab die hydrogeologische Karte des LGRB konsultiert hat, fährt die Messung an der falschen Stelle. In unserer Erfahrung braucht es für die Doppelstadt eine Kombination aus Korngrößenanalyse an Referenzproben und einer VES-Konfiguration mit mindestens drei Auslagen, um die laterale Variabilität der Verwitterungsdecke sauber von den Festgesteinswiderständen zu trennen.
Im Muschelkalk der Baar entscheidet nicht die maximale Auslage über die Auflösung, sondern der richtige Abstand der Potenzialelektroden zur Verwitterungsgrenze.
Arbeitsumfang in Villingen-Schwenningen

Lokale geotechnische Bedingungen in Villingen-Schwenningen
Die kontinentale Lage auf 700 m Höhe bringt einen Jahresniederschlag von über 900 mm und eine Schneedecke, die im Februar noch steht, während im März schon Schmelzwasser in die Klüfte des Muschelkalks eindringt. Genau dieser Wechsel ist tückisch: Ein VES-Profil, das wir im November bei gesättigtem Untergrund aufnehmen, zeigt Widerstände, die um 40 % niedriger liegen als bei einer Folgemessung im August nach sechs Wochen Trockenheit. Beide sind korrekt, aber nur die kombinierte Interpretation mit dem In-situ-Durchlässigkeitsversuch und den hydrogeologischen Stichtagsmessungen des Amts für Wasserwirtschaft gibt Aufschluss über das tatsächliche Langzeitverhalten. In Hanglagen oberhalb des Neckarursprungs kommt hinzu, dass Schichtwasser auf Tonsteinlagen des Mittleren Muschelkalks zu Gleithorizonten führt, die im reinen Widerstandsbild kaum auffallen, wenn man die Tonmineralogie nicht aus Atterberg-Grenzen kennt und in die Inversion einfließen lässt.
Unsere Leistungen
Die Widerstandskartierung allein liefert das geometrische Modell – die bodenmechanische Übersetzung kommt aus den begleitenden Untersuchungen, die wir für Villingen-Schwenningen standardmäßig koppeln.
VES-Tiefensondierung mit Kalibrierbohrung
Kombination aus 2D-VES-Profil und einer Rammkernbohrung zur direkten Zuordnung von Widerstandskontrasten zu Schichtgrenzen, inklusive LGRB-Datenabgleich.
Kartierung von Karsthohlräumen
Hochauflösende Ringarray-Messung auf Verdachtsflächen im Oberen Muschelkalk zur Detektion von Dolinen und Erdfällen vor dem Baubeginn.
Grundwassermonitoring mit VES-Zeitreihen
Monatliche Wiederholungsmessung an fixen Profilen entlang der Brigach zur Überwachung des saisonalen Grundwassergangs als Grundlage für Trogbaugruben.
Korrosionsgutachten nach DIN 50929-3
Bodenwiderstandskartierung zur Beurteilung der Korrosivität gegenüber Stahl und verzinktem Eisen, erforderlich für Erdungsanlagen und erdverlegte Rohrleitungen.
Fragen und Antworten
Was kostet eine VES-Messung in Villingen-Schwenningen?
Für ein Standardprofil mit 25 Tiefenstufen und einer Auslage bis 100 m im Raum Villingen-Schwenningen liegen die Kosten zwischen €640 und €1020, abhängig von der Zugänglichkeit des Geländes und dem Aufwand für die Elektrodenverlegung. Profile im innerstädtischen Bereich mit Kurzauslagen und Verkehrssicherung liegen am oberen Ende, Messungen auf freien Ackerflächen entsprechend günstiger.
Welche Eindringtiefe erreicht die VES im Muschelkalk?
Die maximale Erkundungstiefe beträgt etwa die Hälfte der Auslagenlänge AB/2. Bei einer 100-m-Auslage, die auf Flächen wie den Pfaffenweiler Wiesen möglich ist, erreichen wir rund 50 m Tiefe und durchdringen damit den gesamten Oberen Muschelkalk bis in den Mittleren Muschelkalk. In der verdichteten Innenstadt von Villingen mit maximal 20 m Straßenbreite liegt die praktische Tiefe bei 10–12 m, was für Gründungen im quartären Kies der Brigachaue meist ausreicht.
Muss für die Messung gebohrt werden?
Nein, die VES arbeitet vollständig zerstörungsfrei. Die Elektroden werden etwa 30 cm tief in den Boden gesteckt und nach der Messung wieder entfernt. Das ist besonders in Villingen-Schwenningen vorteilhaft, wo viele Baugrundstücke im historischen Stadtkern liegen und Rammkernsondierungen wegen Leitungsbeständen oder Denkmalschutzauflagen nicht überall möglich sind. Für die Kalibrierung empfehlen wir trotzdem mindestens einen Referenzaufschluss.
Kann die VES Hohlräume im Karst erkennen?
Ja, luftgefüllte Hohlräume zeigen einen extrem hohen spezifischen Widerstand, der sich im Inversionsprofil deutlich vom umgebenden Kalkstein abhebt. Auf den Karstflächen des Oberen Muschelkalks östlich von Schwenningen setzen wir dafür eine Ringarray-Konfiguration ein, die richtungsabhängige Anomalien auflöst. Die Auflösung reicht aus, um Hohlräume ab etwa 20 cm Durchmesser in Tiefen bis 15 m zu detektieren.