Die Baugrundverordnung und DIN 4020 schreiben für jedes Bauvorhaben in Villingen-Schwenningen eine bodenmechanische Untersuchung vor. Die Doppelstadt liegt auf der Baar-Hochebene, geprägt von Muschelkalk, Keuper und mächtigen Fließerden der letzten Eiszeit. Diese geologischen Wechsellagerungen erzeugen auf kurzer Distanz völlig unterschiedliche Tragfähigkeiten. Wer hier ohne Baugrundgutachten gründet, riskiert Setzungsdifferenzen, die schon bei zweigeschossigen Gebäuden zu Rissen führen können. Unser Labor ist nach DIN EN ISO 17892 akkreditiert und liefert Kennwerte, die der Tragwerksplaner direkt in seinen Statiknachweis übernehmen kann. Für Tiefbauprojekte im Oberen Brühl kombinieren wir die Laboranalytik mit einem Plattendruckversuch, um die Verdichtungsqualität der Auffüllungen direkt auf der Fläche zu verifizieren.
Auf der Baar-Hochebene wechseln sich tragfähiger Muschelkalk und setzungsempfindliche Keuper-Tone auf wenigen Metern ab. Nur die bodenmechanische Untersuchung deckt diese Diskontinuitäten auf.

Arbeitsumfang in Villingen-Schwenningen
Demonstration video
Lokale geotechnische Bedingungen in Villingen-Schwenningen
Für die Erkundung der oft steifen, eiszeitlichen Tone in Villingen-Schwenningen setzen wir ein rotierendes Trockenbohrgerät mit Doppelkernrohr ein. Diese Methode verhindert, dass die empfindlichen Tonsteine des Gipskeupers durch Spülwasser aufgeweicht und die Proben unbrauchbar werden. Der Maschinist dokumentiert jedes Kernstück sofort auf der Bohrstelle. Ein falsch interpretierter Kernverlust kann als Hohlraum fehlgedeutet werden und unnötige, teure Baugrundverbesserungen auslösen. Die größte Gefahr im Baar-Gebiet ist die Sulfatverwitterung im Untergrund. Dringt Niederschlagswasser in anhydrithaltige Schichten ein, quillt das Gestein auf und hebt Fundamente an. Unsere bodenmechanische Untersuchung quantifiziert dieses Quellpotenzial im Labor, bevor der Rohbau beginnt. Die Zusammenarbeit mit einem lokalen Baugrubenüberwachung sichert zudem die Einhaltung der Verformungsgrenzwerte während der Bauphase.
Unsere Leistungen
Das Leistungsspektrum deckt den gesamten Workflow von der Feldarbeit bis zum unterschriftsreifen Bericht ab. Jeder Schritt folgt den Vorgaben der DIN 4020 und des Eurocode 7.
Baugrunderkundung & Probenahme
Maschinelle Kernbohrungen und schwere Rammsondierungen nach DIN EN ISO 22475-1. Gewinnung gestörter und ungestörter Proben der Güteklasse 1 bis 3, abgestimmt auf die anstehenden Formationen des Muschelkalks und Keupers.
Laboranalytik & Gründungsberatung
Bestimmung aller relevanten Kennwerte: Konsistenzgrenzen, Korngrößenverteilung, Scherparameter und Kompressionsmodul. Ableitung von Gründungsempfehlungen für Einzel- und Streifenfundamente sowie elastisch gebettete Bodenplatten.
Fragen und Antworten
Wann ist eine bodenmechanische Untersuchung in Villingen-Schwenningen Pflicht?
Immer dann, wenn ein Bauantrag gestellt wird. Die Landesbauordnung Baden-Württemberg fordert in § 13 einen Standsicherheitsnachweis, der ohne belastbare Baugrundkennwerte nach DIN 4020 nicht geführt werden kann. Auch bei Umbauten mit Laständerung ist ein Baugrundgutachten zwingend.
Mit welchen Kosten muss ich für eine bodenmechanische Untersuchung rechnen?
Für ein Einfamilienhaus in Villingen-Schwenningen liegen die Kosten je nach erforderlicher Bohrtiefe und Laborumfang zwischen 3.000 und 5.400 Euro. Der Preis richtet sich danach, ob die tragfähigen Kalksteinbänke oberflächennah anstehen oder ob Keuper-Schichten eine tiefere Erkundung erzwingen.
Was passiert, wenn im Baugrund Gips oder Anhydrit gefunden wird?
Das ist im Stadtgebiet Schwenningen keine Seltenheit. Wir führen dann spezielle Quellversuche durch und bemessen das Bauwerk so, dass es Hebungen widerstehen kann. Zusätzlich planen wir eine Drainage, um den Wasserzutritt zum sulfathaltigen Gestein dauerhaft zu unterbinden.