Der Untergrund im Raum Villingen-Schwenningen ist geprägt von den pleistozänen Deckenschottern der Baar und den anstehenden Festgesteinen des Grundgebirges. Gerade im Stadtteil Schwenningen trifft man häufig auf stark verwitterte Gneise und Amphibolite, die von geringmächtigen Hanglehmen überlagert werden. Diese heterogenen Verhältnisse – teils rollig, teils bindig, teils klüftig – zwingen bei einer Injektionsbemessung zu einem präzisen Blick ins Detail. Eine pauschale Rezeptur funktioniert hier nicht. Unser Labor arbeitet mit Bohrkernen und Sondierergebnissen aus der Region und entwickelt daraus standortgerechte Injektionsgutrezepturen, die weder wegspülen noch die Poren verstopfen, bevor die gewünschte Abdichtung oder Verfestigung erreicht ist. Bevor eine Bohrung abgeteuft wird, klären wir mit einem CPT-Versuch die Lagerungsdichte, um die Injektionsdrücke sicher festzulegen.
Injektionserfolg bemisst sich nicht am verpressten Volumen, sondern an der homogenen Durchdringung des Porenraums im Zielhorizont.
Arbeitsumfang in Villingen-Schwenningen

Lokale geotechnische Bedingungen in Villingen-Schwenningen
Wir verwenden für die rheologische Erstprüfung ein transportables Labor, das direkt auf der Baustelle in Villingen-Schwenningen aufgebaut wird. Kernstück ist der Marsh-Trichter mit geeichtem Messzylinder, ergänzt durch ein Rotationsviskosimeter für die Scherraten-abhängige Fließkurve. Das größte Risiko bei der Injektionsbemessung liegt in einer Fehleinschätzung der effektiven Porengröße des anstehenden Bodens. Wird das Bindemittel zu grob gewählt, läuft die Suspension unkontrolliert ab oder verstopft oberflächennah. Wird der Druck zu hoch angesetzt, entstehen ungewollte Brüche im Baugrund – im schlimmsten Fall hebt sich eine angrenzende Fahrbahndecke oder ein Fundament verschiebt sich. In der Villinger Innenstadt, wo historische Bausubstanz dicht an dicht steht, arbeiten wir deshalb mit streng limitierten Drücken und dokumentieren jeden Injektionsschritt lückenlos. Die Verpressprotokolle sind Teil der Qualitätssicherung nach DIN 4093.
Unsere Leistungen
Unsere Injektionsbemessung in Villingen-Schwenningen umfasst die komplette Kette von der Baugrunderkundung bis zur Rezepturentwicklung:
Rezepturentwicklung & Eignungsprüfungen
Entwicklung von Injektionsgutsuspensionen auf Basis lokaler Bodenproben aus Villingen-Schwenningen. Prüfung der rheologischen Eigenschaften, Sedimentationsstabilität und Gelierzeit unter Baustellenbedingungen.
Injektionskonzept & Ausführungsplanung
Festlegung des Injektionsrasters, der Bohrlochabstände und der Druckstufen für Unterfangungen und Baugrubenabdichtungen. Erstellung von Verpressplänen mit abgestuften Injektionssequenzen für den heterogenen Untergrund zwischen Baar und Schwarzwald.
Fragen und Antworten
Welches Injektionsverfahren eignet sich für den Baugrund in Villingen-Schwenningen?
Das hängt vom Zielhorizont ab. In den Deckenschottern der Baar ist die Penetrationsinjektion mit Ultrafeinbindemitteln oft das Mittel der Wahl, um die Durchlässigkeit zu reduzieren. Bei klüftigem Fels im Grundgebirge setzen wir auf Zementleim mit gestaffelten Wasser-Bindemittel-Werten. Eine Vorerkundung per Kernbohrung ist unerlässlich, um das Poren- oder Kluftvolumen zu bestimmen und das richtige Verfahren festzulegen.
Welche Normen gelten für die Injektionsbemessung in Deutschland?
Die zentrale Ausführungsnorm ist die DIN EN 12715. Für die geotechnische Erkundung, die der Bemessung vorausgeht, gilt die DIN 4020. Die Bemessung verfestigter Bodenkörper erfolgt nach DIN 4093. Im europäischen Kontext ist der Eurocode 7 (EN 1997-1) maßgebend. Unser Labor arbeitet zudem nach den Qualitätsanforderungen der DIN EN ISO/IEC 17025.
Wie lange dauert eine Injektionsbemessung von der Probenahme bis zum fertigen Konzept?
Für ein Standardprojekt in Villingen-Schwenningen rechnen Sie mit etwa zwei bis drei Wochen. Die Bodenproben müssen im Labor klassifiziert werden, dann folgen die rheologischen Eignungsprüfungen mit verschiedenen Bindemitteln. Bei zeitkritischen Baumaßnahmen bieten wir eine Express-Bearbeitung an, bei der die Rezeptur innerhalb einer Woche vorliegt – vorausgesetzt, die Proben sind bereits genommen.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Injektionsbemessung rechnen?
Für eine standortbezogene Injektionsbemessung inklusive Laborprüfungen und Ausführungsplanung liegen die Kosten typischerweise zwischen 1.140 und 3.600 Euro. Der Aufwand richtet sich nach der Anzahl der zu untersuchenden Bodenhorizonte und der Komplexität des Injektionskonzepts. Genaue Zahlen nennen wir nach Sichtung der Baugrunddaten.