Viele Planer in der Doppelstadt unterschätzen, wie stark die Durchlässigkeit des Untergrunds innerhalb weniger hundert Meter variieren kann – was bei Versickerungsanlagen oder Abdichtungskonzepten zu kostspieligen Nachbesserungen führt. Villingen-Schwenningen liegt geologisch an der Grenze zwischen Buntsandstein des Schwarzwalds und den Karstgesteinen der Baar, sodass bereits ein einziger, nicht erkannter Klüftungsbereich den Bemessungs-kf-Wert vollständig verfälschen kann. Der Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc oder Lugeon liefert jene belastbaren In-situ-Kennwerte, die Laborversuche allein nicht abbilden können – insbesondere wenn Makroporen oder Trennflächen das Sickerregime dominieren. Unser Team führt die Versuche mit kalibrierten Messsystemen durch, die den Anforderungen der DIN 18130-1 sowie der geotechnischen Erkundungsnorm DIN EN ISO 22475-1 entsprechen. Ergänzend zur Durchlässigkeitsmessung kombinieren wir den Versuch bei Bedarf mit der Sondierung nach SPT, um die Lagerungsdichte parallel zu erfassen und das Schichtenprofil eindeutig zu interpretieren.
Ein einzelner Lugeon-Versuch im geklüfteten Buntsandstein liefert mehr Aussagekraft über das Sickerregime als zehn Laborproben – weil die Trennflächen im Feldversuch miterfasst werden.
Arbeitsumfang in Villingen-Schwenningen

Lokale geotechnische Bedingungen in Villingen-Schwenningen
Zum Einsatz kommt ein modulares Packersystem mit Doppelpacker und elektronischem Drucktransducer, das über ein Datenlogger-Interface eine Auflösung von 0,1 kPa im Messintervall liefert. Im Lugeon-Modus fahren wir fünf Druckstufen gestaffelt an, um nichtlineares Kluftverhalten – etwa Auswaschungen oder Zusetzen bei steigendem Druck – im P-Q-Diagramm direkt zu erkennen. Die größte Fehlerquelle in Villingen-Schwenningen ist die unerkannte Kommunikation zwischen zwei scheinbar getrennten Grundwasserstockwerken über verwitterte Kluftscharen; ohne gestaffelte Druckstufen und eine sorgfältige Verschlusskontrolle des Packers wird ein solcher Crossflow als homogen hohe Durchlässigkeit fehlinterpretiert. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Sättigung des umgebenden Mediums: In den tonig-schluffigen Deckschichten des Schwenninger Moosgebiets muss die Einlaufphase ausreichend lang gewählt werden, damit der Sättigungsgrad um die Messstrecke nicht das Ergebnis verfälscht. Wir dokumentieren jede Druckstufe mit Zeitstempel, Temperatur und Trübung des Rücklaufwassers, sodass der ingenieurtechnische Bericht eine vollständig nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für die Versickerungsbemessung nach DWA-A 138 bietet.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum rund um die Durchlässigkeitsbestimmung deckt die gesamte Prozesskette ab – von der Erkundungsplanung bis zum auswertefertigen Datenpaket für den Grundwassermodellierer.
Lefranc-Versuch im Bohrloch
Klassischer Feldversuch in Lockergesteinen zur Ermittlung des kf-Werts mit konstanter oder instationärer Methode, inklusive Filterkiespackung und Quellton-Abdichtung für definierte Messstrecken.
Lugeon-Test im Fels
Fünfdruckstufen-Test in Festgesteinsbohrungen zur Bewertung der Klüftigkeit, Injektionsfähigkeit und Wasserdurchlässigkeit nach dem Lugeon-Kriterium (1 Lugeon ≈ 1,3·10⁻⁷ m/s).
Versickerungsgutachten
Zusammenführung der Feldversuchsergebnisse mit bodenmechanischen Kennwerten zu einem standortbezogenen hydrogeologischen Modell, das die Grundlage für die wasserrechtliche Erlaubnis bildet.
Fragen und Antworten
Welcher Versuch ist für mein Bauvorhaben in Villingen-Schwenningen der richtige – Lefranc oder Lugeon?
Das hängt vom anstehenden Gestein ab. In den quartären Kiesen und Auenlehmen des Schwenninger Talkessels setzen wir den Lefranc-Versuch ein, da er für Lockergesteine optimiert ist. Steht Ihr Projekt am Hangfuß in Villingen auf geklüftetem Buntsandstein an, ist der Lugeon-Test die geeignete Methode, weil er die Durchlässigkeit des Kluftnetzes quantifiziert. In der Übergangszone, wo verwitterter Fels in Lockermaterial übergeht, kann eine Kombination beider Verfahren sinnvoll sein.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?
Ein einzelner Lefranc-Versuch im Lockergestein benötigt in der Regel 45 bis 90 Minuten reine Messzeit, abhängig von der Sättigungsphase. Der Lugeon-Test mit fünf Druckstufen à 10 Minuten plus Vor- und Nachbereitung der Packersetzung dauert etwa 90 bis 120 Minuten pro Intervall. Mehrere Tests in einem Bohrloch, gestaffelt nach Tiefe, können einen Messtag beanspruchen.
Welche Normen liegen der Versuchsdurchführung zugrunde?
Die Versuche werden gemäß DIN EN ISO 22282 Teil 2 (Lefranc) und Teil 3 (Lugeon) durchgeführt, ergänzt durch die nationale Norm DIN 18130-1 für die Auswertung des kf-Werts. Die Erkundungsbohrung selbst folgt der DIN EN ISO 22475-1, sodass die Probenahme und die Versuchsdurchführung aus einer Hand dokumentiert sind.
Was kostet ein Lefranc- oder Lugeon-Versuch in der Region?
Für einen einzelnen Felddurchlässigkeitsversuch in Villingen-Schwenningen liegen die Kosten je nach Aufwand und Tiefe zwischen 640 und 980 Euro. Der Preis umfasst die Rüstzeit, die kalibrierte Messtechnik, die Versuchsdurchführung nach DIN sowie den ingenieurtechnischen Bericht mit Auswertediagrammen. Bei mehreren Tests in einem Bohrloch reduzieren sich die Rüstkosten pro Versuch spürbar.
Kann der Feldversuch auch nach starken Regenfällen durchgeführt werden?
Starkregen unmittelbar vor dem Versuch kann die Ergebnisse verfälschen, weil die ungesättigte Zone aufgeweicht ist und das Sickerregime nicht mehr den Normalfall repräsentiert. Wir empfehlen eine Wartezeit von mindestens 48 Stunden nach ergiebigen Niederschlägen, bevor der Versuch eingebaut wird. In den staunassen Auelehmen des Schwenninger Moosgebiets ist die Witterungshistorie ohnehin ein zentrales Protokollfeld in unserem Messbericht. Mehr Info.